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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

19.04.2018

Als Kinderärztin von Essen zur Wallfahrtsstadt Kevelaer: Perihan Zengin im Gespräch mit Landrat Spreen und Volksbankvorstand Bosch

 

Kreis Kleve – Der Ärztemangel ist bereits heute vielerorts im eher ländlich strukturierten Kreis Kleve spürbar. Ob es in Zukunft eine Aussicht auf eine Verbesserung der Situation gibt, ist zumindest fraglich. Landrat Wolfgang Spreen ist einer derjenigen im Kreis, die nicht aufgeben, bei Ärzten für eine Niederlassung im Kreis Kleve zu werben. Gemeinsam mit dem Vorstand der Volksbank an der Niers, Wilfried Bosch, und Renate Gruyters, der Firmenkundenberaterin Gesundheitswesen der Volksbank, führte Spreen nun ein Gespräch mit Perihan Zengin, einer Kinderärztin in der Wallfahrtsstadt Kevelaer. Sie ist im Jahr 2013 mit ihrer Familie von Essen in die Marienstadt gezogen und hat die Kinderarztpraxis von Dr. Johanna Kühnen übernommen. Sie ist also genau den Weg gegangen, den auch andere Ärztinnen und Ärzte gehen müssten, damit sich die ärztliche Versorgungssituation im Kreis Kleve verbessert.

Was hat Perihan Zengin an den Niederrhein geführt

Interessant war für die Gesprächspartner deshalb vor allem die Frage: Was hat Frau Zengin an den Niederrhein geführt? „Zunächst einmal war es meinem Mann und mir wichtig, dass unsere beiden Kinder behütet aufwachsen können, in ihrer Umgebung angenommen werden und sich wohlfühlen. Da scheinen uns die kleinstädtischen Strukturen, wie wir sie in Kevelaer erleben, sehr gut geeignet. Hier unterstützt sich die Nachbarschaft gegenseitig, die Kinder können draußen spielen und die Gefahren, wenn es sie gibt, sind überschaubar“, fasst Perihan Zengin ihre wichtigsten Argumente für den Umzug von der Großstadt in die Wallfahrtsstadt zusammen. Dass Zengin bereits tiefe Wurzeln in der Marienstadt geschlagen hat, zeigt auch ihr Wirken im Verein „Aktion St. Nikolaus – Hilfe am behinderten Kind“. Dort engagiert sie sich als zweite Vorsitzende stark für das Thema Frühförderung.

Kreis Kleve braucht noch viele Nachfolger

Spreen, Bosch und Gruyters freuen sich, dass Perihan Zengin den Schritt, von Essen in die Wallfahrtsstadt Kevelaer zu wechseln, nicht bereut hat. Doch sie wissen auch um die Notwendigkeit, noch viele weitere Ärzte von der Lebensqualität im Kreis Kleve überzeugen zu müssen. „Die Werbung soll da stattfinden, wo die Ärztinnen und Ärzte sind, an den Universitäten und auf Fachmessen zum Beispiel“, so Wilfried Bosch. Landrat Spreen berichtet von den Angeboten für Ärztinnen und Ärzte, die er selbst seit einigen Jahren bewirbt: Das Hospitationsmodell, eine Woche niederrheinisch auf Probe und in Planung sind auch Stipendien des Kreises für Ärzte, die sich hier niederlassen. Außerdem können Ärzte, die im Kreis Kleve eine vertragsärztliche Tätigkeit als Hausarzt aufnehmen, vom Land Nordrhein-Westfalen eine finanzielle Förderung von bis zu 50.000 Euro erhalten. „Wir verfügen über ein ausgezeichnetes Netzwerk, mit dem es uns schon mehrfach gelungen ist, Nachfolger für niedergelassene Ärzte zu gewinnen. Darin leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in unserer Region“, so Wilfried Bosch. „Mit unseren beiden Expertinnen im Gesundheitswesen können wir auf die besonderen Belange der Gesundheitsberufe eingehen“, ergänzt er.

„Wer einmal hier lebt und arbeitet, kennt die vielen Vorzüge und möchte nicht mehr weg“, ist Landrat Wolfgang Spreen überzeugt. Er nennt die Natur, die viele Möglichkeiten eröffnet, die reichhaltige Kultur, die Nähe zu größeren deutschen und niederländischen Städten und die Bildungsmöglichkeiten einschließlich der Hochschule Rhein-Waal, die den Kreis Kleve auszeichnen.

Bei Perihan Zengin hat das funktioniert. Sie fühlt sich wohl in der Wallfahrtsstadt Kevelaer und hat keine Ambitionen, zurück in die Großstadt zu ziehen. Spreen, Bosch und Gruyters wären froh, wenn dieses Beispiel Schule machen würde und in den kommenden Jahren viele Ärztinnen und Ärzte den hohen Lebens- und Arbeitswert im Kreis Kleve erkennen und sich hier niederlassen. Doch sie wissen, bis es wieder ausreichend viele Ärzte im Kreis Kleve gibt, bleibt noch viel zu tun.

Foto mit Landrat Spreen, Perihan Zengin, Wilfried Bosch und Renate Gruyters in der Praxis

Kinderärztin Perihan Zengin (2. v.l.) hat den Schritt von Essen an den Niederrhein nicht bereut. Jetzt trafen sich Landrat Wolfgang Spreen (li.), Wilfried Bosch, Vorstand der Volksbank an der Niers und Renate Gruyters, Firmenkundenberaterin Gesundheitswesen der Volksbank, bei ihr in der Praxis zum Gespräch über das Thema „Ärzte für den Kreis Kleve gesucht“.

Foto: Kreis Kleve / Evers