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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

27.02.2019

Arbeitgeber gesucht: Neues Förderangebot schafft Chancen für Langzeitarbeitslose

Weiterhin sinkende Zahl an SGB-II-Bedarfsgemeinschaften im Kreis Kleve

 

Kreis Kleve – Viele Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber kennen das Problem: Auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt wird es immer schwieriger, Fachpersonal und auch Hilfskräfte für das eigene Unternehmen zu gewinnen. Die stabile Wirtschaftslage und der demografische Wandel bringen derzeit viele Menschen in Arbeit, sodass die Zahl der Jobsuchenden deutlich gesunken ist. Mit einem neuen Förderangebot, das mit hohen Lohnkostenzuschüssen verbunden ist, sollen nun langzeitarbeitslose Menschen wieder in den allgemeinen Arbeitsmarkt gebracht werden. Im Kreis Kleve können bis zu 105 Stellen entsprechend gefördert werden. Das Jobcenter Kreis Kleve wirbt nun bei den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern um eine Teilnahme an diesem Projekt. Die geförderten Arbeitsplätze müssen weder zusätzlich noch wettbewerbsneutral sein – es muss sich aber zwingend um sozialversicherungspflichtige Jobs handeln. Die Förderquote ist ungewöhnlich hoch, um der besonderen Eingliederungssituation langzeitarbeitsloser Personen gerecht zu werden. Bei tarifgebundenen Unternehmen werden in den ersten zwei Beschäftigungsjahren 100 Prozent des tatsächlichen Arbeitsentgelts erstattet, die Übrigen erhalten den Mindestlohn. Im dritten bis fünften Jahr gibt es Lohnkostenzuschüsse von 90 bis 70 Prozent. Die ersten Verträge zum neuen Förderangebot sind bereits unterschrieben – weitere Partner insbesondere aus der freien Wirtschaft werden noch gesucht. Landrat Wolfgang Spreen: „Diese Maßnahme soll beiden Seiten dienen: den Arbeitgebern bei der Begegnung des Fach- und Hilfskräftemangels sowie den Arbeitnehmern beim ersten Schritt zur Unabhängigkeit von Sozialleistungen“, so Landrat Wolfgang Spreen.

Unterstützung durch Partner am Arbeitsmarkt

In der jüngsten Sitzung des örtlichen Beirats SGB II lieferte Landrat Wolfgang Spreen den Partnern am Arbeitsmarkt detaillierte Informationen zu diesem neuen Förderangebot. Ob Niederrheinische Industrie- und Handelskammer Duisburg-Wesel-Kleve oder die Handwerkskammer Düsseldorf, ob Wirtschaftsförderung Kreis Kleve oder Agentur für Arbeit oder Regionalagentur Niederrhein, ob kreisangehörige Kommunen, DGB, Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände Kleve oder Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt des Kreises Kleve: sie alle können nun in ihrem Tätigkeitskreis über dieses neue Förderangebot informieren.

Zur Zielgruppe des neuen Förderangebots zur Umsetzung des Teilhabechancengesetzes gehören Menschen über 25 Jahre, die während der letzten sieben Jahr mindestens sechs Jahre lang SGB-II-Leistungen erhalten haben. Dies sind im Kreisgebiet rund 1.500 Personen. Die Jobcenter im Kreis Kleve haben in den vergangenen Wochen bereits erste Beratungsgespräche mit potenziellen Kundinnen und Kunden sowie Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern geführt. Zum Maßnahmenpaket können bei einer geförderten Beschäftigung auch ein begleitendes Coaching, Praktika oder Fortbildungen gehören.

Kosten der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Die Monatsstatistik zur Grundsicherung für Arbeitsuchende des Jobcenters Kreis Kleve weist für den Monat Februar weiterhin eine deutlich gesunkene Zahl von SGB-II-Bedarfsgemeinschaften aus. Aktuell leben in den 8.497 Bedarfsgemeinschaften (minus 105) insgesamt 15.613 Menschen. 11.395 von ihnen sind erwerbsfähige Leistungsberechtigte, bei den verbleibenden 4.218 Sozialgeldempfängern handelt es sich in der Regel um Kinder. Die Vermittlungen in Arbeit werden mit einer Wartezeit von drei Monaten in der Statistik abgebildet. So konnten im Oktober 2018 insgesamt 300 Personen in eine versicherungspflichtige Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung vermittelt werden, weitere 113 Menschen arbeiten nun in einem Minijob. Zur Erfüllung des gesamten Aufgabenspektrums des SGB II wurde im Januar 2019 ein Gesamtbetrag von rund 8,94 Mio. Euro aufgewendet. Auf den Kreis Kleve und die Kommunen entfielen hiervon rund 2,32 Mio. Euro für die Kosten der Unterkunft.