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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

09.01.2018

Bei Atemwegsinfektionen sind Antibiotika oft nicht hilfreich

Tipps zum Start der Grippesaison 2018

 

Kreis Kleve – Die alljährliche Grippewelle hat auch den Kreis Kleve erreicht. „Die ersten Grippenachweise liegen uns nun vor“, so Dr. Martina Scherbaum, Leiterin der Abteilung Gesundheitsangelegenheiten der Kreisverwaltung. Daneben treten auch andere Viruserkrankungen mit Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen im Winterhalbjahr besonders häufig auf. Rund 80 Prozent aller Atemwegserkrankungen sind viral verursacht sind. Das bedeutet, sie lassen sich nicht ursächlich behandeln, auch nicht mit Antibiotika. Nur bei den verbleibenden 20 Prozent handelt es sich um bakterielle Infektionen, bei denen grundsätzlich Antibiotika hilfreich sein könnten. Bevor jedoch vorschnell zu Antibiotika gegriffen wird, vielleicht sogar zu einem Restbestand aus der Hausapotheke, sollte ein Arztbesuch mit einer entsprechenden Beratung erfolgen. Denn viele Antibiotika haben unerwünschte Nebenwirkungen, insbesondere Magen- und Darmbeschwerden treten nicht selten auf. Daneben besteht die Gefahr einer so genannten „Resistenzbildung“. Das bedeutet, dass sich durch eine überflüssige Antibiotikabehandlung sehr schwer behandelbare Problemkeime im Körper ansiedeln können. Deshalb sollten die ansonsten so segensreichen Antibiotika gerade bei Atemwegserkrankungen verantwortungsvoll und zurückhaltend eingesetzt werden.

Bewährte Hausmittel

Linderung der Beschwerden bringen oftmals bereits bewährte Hausmittel. So sind Ruhe und Schonung am wichtigsten, damit das Immunsystem die Krankheitserreger möglichst schnell und effektiv beseitigen kann. Daneben heißt es: trinken, trinken, trinken. Dies hilft, den Abfluss des Sekrets aus den entzündeten Atemwegen zu unterstützen. Auch bei Fieber braucht der Körper mehr Flüssigkeit, um den höheren Bedarf durch das Schwitzen und die beschleunigte Atmung auszugleichen. Bewährt hat sich ebenfalls die Einnahme von Schleimlösern, auch wenn der therapeutische Effekt wissenschaftlich nicht eindeutig belegt ist. Viele Patienten mit einer akuten Bronchitis berichten, dass sie sich nach der Einnahme besser fühlen. Wichtig ist jedoch, dass zusätzlich keine Hustenstiller oder Hustendämpfer eingenommen werden. Alternativen sind Hustentees und Hustenbonbons. Abschwellende Nasentropfen und Nasensprays helfen Schnupfengeplagten beim Durchatmen. Besonders sinnvoll ist die Anwendung am Abend, weil es sich mit freier Nase erholsamer schlafen lässt. Die Anwendung sollte auf maximal fünf bis sieben Tage am Stück begrenzt werden, da sonst ein Dauerschnupfen entstehen könnte. Als angenehm empfunden werden auch Inhalationen mit Wasserdampf, dem eventuell Kamille oder ätherische Öle zugesetzt werden, oder Einreibungen des Brustkorbs mit ätherischen Ölen. Schmerzmittel können das Fieber senken und Kopf-, Glieder- und Halsschmerzen für einige Stunden beseitigen. Achtung: Kinder sollten keine Acetylsalicylsäure – ASS – erhalten.

Grippeimpfung wird empfohlen

Insbesondere bei einem schweren Krankheitsgefühl oder bei bekannten schwereren Vorerkrankungen sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Dr. Martina Scherbaum: „Auch jetzt kann eine Grippeimpfung zur Vermeidung der besonders unangenehmen Influenzaerkrankung noch sinnvoll sein.“