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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

07.03.2019

Der Ausbau geht weiter – mehr Kita-Plätze für mehr Kinder

Jugendhilfeausschuss beschließt einstimmig Bedarfsplan „Vorschulische Betreuung und Bildung 2019-2024“

 

Kreis Kleve – Der Kreis Kleve wächst weiter. Neben dem Plus an Neubürgerinnen und Neubürgern sorgen gestiegene Geburtenzahlen dafür, dass immer mehr Betreuungsangebote für die so genannten U3- und Ü3-Kinder erforderlich werden. Seit 2016 wuchs die Zahl der Kita-Plätze in den elf Kommunen, die vom Kreis Kleve als Jugendhilfeträger betreut werden, um mehr als 770 auf nunmehr 4.688. Zum 01. August 2019 stehen nach aktueller Planung 958 U3-Plätze (plus 63 gegenüber 2018) und 3.730 Ü3-Plätze (plus 195) zur Verfügung. Viele Eltern geben ihre Kinder früher und länger in die Kita. Auch dies führt dazu, dass der Bedarf an zusätzlichen Tageseinrichtungen und Gruppen steigt. Die Abteilung Jugend und Familie des Kreises legte nun für das Kindergartenjahr 2019/2020 die Planzahlen vor. Fazit: Für jedes Kind unter und über drei Jahren wird ein qualifiziertes Betreuungsangebot zur Verfügung gestellt. Der aktuelle Bedarfsplan „Vorschulische Betreuung und Bildung 2019-2024“, der Hinweise und ein umfangreiches Zahlenwerk zur aktuellen Situation in den zukünftig 80 vom Kreis Kleve betreuten Einrichtungen enthält, wurde nun im Jugendhilfeausschuss einstimmig beschlossen. „Wir konnten durch unseren intensiven Dialog mit den elf Kommunen und den Eltern die Planungen für das kommende Kindergartenjahr frühzeitig dem erkennbaren Bedarf anpassen“, dankt Landrat Wolfgang Spreen den Gesprächspartnern vor Ort. Die vorgelegten Platzzahlen und der breite politische Konsens der Fraktionen zeigen den hohen Stellenwert, der der frühkindlichen Bildung im Kreis Kleve seit Jahren beigemessen wird. Spreen: „Mit den frühzeitigen Entscheidungen für neue Gruppen oder neue Einrichtungen setzen wir wichtige Signale an die Eltern und die Träger.“

Wo ändert sich was

Neue Tageseinrichtungen sind in Bedburg-Hau, Kranenburg, Rees und Uedem vorgesehen. In Bedburg-Hau entsteht ein Waldkindergarten. In Kranenburg-Nütterden wird durch eine Elterninitiative ein neuer Kindergarten eröffnet. In Rees hat eine Elterninitiative kurz vor der entscheidenden Sitzung des Jugendhilfeausschusses einen „Rückzieher“ gemacht. Hier ist die AWO als Träger einer neuen Tageseinrichtung in Rees in die Planung eingestiegen. In Uedem wird von einer Elterninitiative bis zum Sommer ein neuer dreigruppiger Kindergarten erstellt.

Im Kindergartenjahr 2019/2020 gehen nach aktueller Planung insgesamt 17 so genannte Übergangslösungen in 15 Einrichtungen an den Start. Übergangslösungen sind Gruppen die zunächst für ein Kindergartenjahr in vorhandenen Räumlichkeiten, beispielsweise ehemaligen Schulen, leerstehenden Gebäuden oder Containern, geschaffen werden, um der Nachfrage gerecht zu werden. Landrat Wolfgang Spreen: „Aufgrund des weiterhin steigenden Bedarfs dürfte so manche Übergangslösung in Zukunft zu regulären neuen Gruppen oder Einrichtungen führen.“ Entsprechende Gespräche mit Trägern, Investoren sowie den Städten und Gemeinden laufen bereits. Der Ausbau geht somit weiter …

Um das Thema „Tageseinrichtung für Kinder“ wird es auch ansonsten spannend bleiben. Wie wird das Land zum 01. August 2020 die Finanzierung und die Gruppenstrukturen der Tageseinrichtungen lösen? Werden künftig die letzten beiden Besuchsjahre beitragsfrei werden? Werden die Elternbeiträge im Übrigen landesweit vereinheitlicht? Hier wird mit Spannung das angekündigte neue Gesetz erwartet.

Im weiteren Verlauf der Sitzung bewilligten die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses einstimmig freiwillige Zuschüsse in Höhe von insgesamt 457.000 Euro zur Schaffung von Ü3-Übergangsplätzen in Bedburg-Hau, Issum, Kalkar, Kranenburg, Rees, Rheurdt und Straelen. Freiwillige Zuschüsse wurden ferner für Kitas in Bedburg-Hau, Kalkar und Rees beschlossen.

Familienzentren, Zuschüsse und Aktion „Ferienspaß 2019“

Im Zuständigkeitsbereich des Jugendhilfeträgers Kreis Kleve gibt es künftig 22 Familienzentren. Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses konnten aus drei Bewerbungen zwei weitere Tageseinrichtungen für Kinder in Issum und in Rheurdt als Familienzentren zulassen. Darüber hinaus bewilligten sie einstimmig einen Investitionskostenzuschuss für den Wiederaufbau einer Kletteranlage in Rheurdt in Höhe von maximal 4.031 Euro sowie Zuschüsse an die örtlichen Träger von insgesamt 117.900 Euro zur Durchführung der Aktion „Ferienspaß 2019“. Zu den insgesamt 182 geplanten Aktionstagen werden gut 1.000 Kinder erwartet.

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Planungen im Detail

In Bedburg-Hau gibt es vom Verein Waldorfkindergarten Niederrhein-Aue e.V. ab dem Kindergartenjahr 2019/2020 einen eingruppigen Waldkindergarten. Der Kindergarten St. Stephanus und die AWO Kita Bahnstraße bieten jeweils eine Gruppe als Übergangslösung an.

InIssum wird an der AWO Kita Os Hött der Anbau für eine weitere Gruppe fertig. Daneben werden in der AWO Kita Os Hött und in der Kita Arche Noah der Lebenshilfe Gelderland weiterhin jeweils eine Gruppe als Übergangslösung angeboten.

In Kalkar wird es in den katholischen Einrichtungen Die Deichspatzen, Dünennest und Nikolaus sowie vom Kolping Kindergarten Kalkar-Altkalkar e.V. jeweils eine Übergangsgruppe geben.

In Kerken ist das Platzangebot bedarfsgerecht, wenn der Anbau an die Einrichtung der Elterninitiative Spatzennest e.V. mit Beginn des Kindergartenjahres fertiggestellt ist.

In Kranenburg wird die neue Einrichtung „Die Waldfrösche“ in Trägerschaft der Villa Kunterbunt e.V. mit zwei Gruppen in Nütterden starten. Drei weitere Gruppen werden als Übergangslösungen weitergeführt: zwei Gruppen in der AWO Kita Euregio und eine Gruppe im katholischen Kindergarten St. Barbara. Für das Kindergartenjahr 2020/2021 sind neue Kindertagesstätten in Planung.

In Rees wird die AWO eine neue eingruppige Einrichtung schaffen. Weitere neue Gruppen gibt es im Sonnenschein Kindergarten und im Familienzentrum Regenbogen in Haldern. Darüber hinaus werden bestehende Übergangslösungen weiter geführt.

In Rheurdt steht das neue Gebäude der AWO Kita Zwergenland kurz vor der Fertigstellung. In Folgejahren könnte eine Ausweitung des Platzangebotes erforderlich werden.

In Straelen wird es eine Gruppe im Bestandsgebäude des St. Cornelius-Kindergartens weiterhin als Übergangslösung geben.

In Uedem eröffnet der Kindergarten Regenbogen der Elterninitiative Kunterbunt Uedem e.V. mit drei Gruppen.

In Wachtendonk ist das bestehende Angebot weiterhin bedarfsgerecht.

In Weeze stellt die Integrative Kita Korallenriff der Lebenshilfe Gelderland eine neue durch Anbau fertiggestellte Gruppe zur Verfügung.

 

PM18-032-Foto Landrat Spreen

Der Kreis Kleve schafft Platz für mehr Kita-Kinder. Landrat Wolfgang Spreen dankt allen Trägern der freien Jugendhilfe für das Engagement in gemeinsamer Sache. Der Jugendhilfeausschuss beschloss nun einstimmig den neuen Bedarfsplan 2019-2024.