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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

27.09.2018

Gute Konjunktur und Fördermaßnahmen bringen auch Flüchtlinge in Arbeit

Weiterhin sinkende Zahl an SGB-II-Bedarfsgemeinschaften im Kreis Kleve

 

Kreis Kleve – Seit Monaten sinkt die Zahl der Menschen im Kreis Kleve, die zur Sicherung ihres Lebensunterhalts auf staatliche Hilfen aus dem SGB II angewiesen sind. Waren es im Juli 2017 noch 9.703 so genannte Bedarfsgemeinschaften (18.005 Menschen), so liegt die Zahl im September 2018 bei nunmehr 8.927 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt 16.407 Personen. Das ist einen Rückgang von fast betroffenen 1.600 Menschen. Es lohnt sich ein genauer Blick in die jüngsten Statistiken des Jobcenters Kreis Kleve zur Grundsicherung für Arbeitsuchende. Diese zeigen, dass auch die Anzahl der so genannten „erwerbsfähigen Leistungsberechtigten“ (eLb) im Kreisgebiet gesunken ist. Von den aktuell 16.407 Personen in den Bedarfsgemeinschaften sind 11.969 erwerbsfähig, bei den verbleibenden 4.438 Sozialgeldempfängern handelt es sich in der Regel um Kinder. Im Juli 2017 waren es noch 13.198 Jobsuchende. Kontinuierlich gesunken sind im letzten Jahr die Zahlen der eLb mit deutschem Pass und der eLb aus EU-Staaten bzw. dem europäischen Wirtschaftsraum. Aktuell suchen 8.317 deutsche Leistungsempfänger (knapp 70 Prozent) und 920 Kundinnen und Kunden aus dem europäischen Ausland (7,7 Prozent) einen Job. Anders entwickelte sich die Zahl der Jobsuchenden aus den so genannten Krisenstaaten. Hierzu gehören Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien. Lag der Anteil dieser Jobsuchenden in 2016 noch bei rund fünf Prozent, so sind es seit Jahresbeginn 14 Prozent. Aufgrund der insgesamt sinkenden Zahl von Bedarfsgemeinschaften sind auch bei den Flüchtlingen leicht sinkende absolute Zahlen zu verzeichnen. Nach der Spitze der Zuwanderung im Jahr 2015 stehen mittlerweile immer mehr Flüchtlinge dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Da viele von ihnen zunächst keine Beschäftigung fanden, stieg die Arbeitslosenquote zunächst sprunghaft an. Im vergangenen Jahr sorgten die allgemein gute Konjunktur und entsprechende Fördermaßnahmen dafür, dass immer mehr Flüchtlinge in Arbeit vermittelt werden konnten. Die Teilnahme an Sprachkursen und Qualifizierungen waren wichtige Faktoren beim Weg in den ersten Arbeitsmarkt. Es wird erwartet, dass sich dieser positive Trend der Vermittlung von anerkannten Flüchtlingen in Arbeit weiter fortsetzt. „Ein wichtiger Schritt zur Integration“, betont Landrat Wolfgang Spreen. „Denn ein Arbeitsplatz bedeutet für viele Menschen nicht nur die Unabhängigkeit von Transferleistungen, sondern auch ein ‚Ankommen‘ in unserer Gesellschaft.“

Fortsetzung des positiven Trends wird erwartet

Die Vermittlungen in Arbeit werden im aktuellen SGB-II-Monatsbericht des Jobcenters Kreis Kleve mit einer Wartezeit von drei Monaten abgebildet. So wurden im Mai 2018 insgesamt 273 Personen in eine sozialversicherungspflichtige Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung vermittelt, weitere 111 Menschen arbeiten nun in einem Minijob.

Insgesamt wurde zur Erfüllung des gesamten Aufgabenspektrums des SGB II im August 2018 ein Gesamtbetrag von rund 9,64 Mio. Euro aufgewendet. Auf den Kreis Kleve und die Kommunen entfielen hiervon rund 2,25 Mio. Euro für die Kosten der Unterkunft. Im Jahr 2018 lagen die finanziellen Aufwendungen bisher (Januar bis August) bei 78,42 Mio. Euro.