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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

27.02.2020

Instrument „Teilhabe am Arbeitsmarkt“: Geförderte Stellen bringen 170 Langzeitarbeitslose in Arbeit

Zahl von SGB-II-Bedarfsgemeinschaften im Kreis Kleve sinkt weiter

 

Kreis Kleve – Bis zu 105 Stellen für langzeitarbeitslose Menschen wollte das Jobcenter Kreis Kleve im Rahmen des Instruments „Teilhabe am Arbeitsmarkt“ im Jahr 2019 fördern. Zum Jahresende 2019 waren es 152 geförderte Stellen im allgemeinen Arbeitsmarkt, bis heute wurden 170 Arbeitsplätze bewilligt. „Das zeigt, dass dieses Förderinstrument die richtige Initiative zur richtigen Zeit ist“, so Landrat Wolfgang Spreen. Das Jobcenter Kreis Kleve lieferte nun im Ausschuss für Gesundheit und Soziales einen weiteren Sachstandbericht zu diesem Projekt. Anfang 2019 hatte das Jobcenter erfolgreich bei Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber um eine Teilnahme geworben. Die Schwelle von 100 geförderten Stellen wurde bereits im Juni überschritten.

35 Prozent der Arbeitsplätze werden bei Bildungsträgern und Trägern der freien Wohlfahrtspflege gefördert, 29 Prozent in der freien Wirtschaft, 28 Prozent bei öffentlichen Verwaltungen und 8 Prozent bei sonstigen Arbeitgebern. Bei einem Großteil der Stellen handelt es sich um Vollzeitjobs – 40 Prozent wurden in Teilzeit geschlossen. Auch wenn die meisten Jobs befristet sind, wurden 19 Prozent der Arbeitsverhältnisse bereits unbefristet geschlossen. Die nach § 16i SGB II geförderten Arbeitsplätze müssen weder zusätzlich noch wettbewerbsneutral sein – es muss sich aber zwingend um sozialversicherungspflichtige Jobs handeln. Die Förderquote ist ungewöhnlich hoch, um der besonderen Eingliederungssituation langzeitarbeitsloser Personen gerecht zu werden. Zum Maßnahmenpaket können auch ein begleitendes Coaching, Praktika oder Fortbildungen gehören. „Besonders erfreulich ist, dass bisher lediglich 14 Personen die Beschäftigung abgebrochen haben. Bei 170 bewilligten Stellen sind dies 8,2 Prozent. Dies ist die geringste Quote, die das Jobcenter Kreis Kleve bislang bei einem vergleichbaren Förderinstrument verzeichnet hat“, so Landrat Spreen. „Die neuen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind im ersten Arbeitsmarkt tätig. Viele von ihnen erfahren hierbei eine echte Wertschätzung ihrer Arbeit. Für eine weitere Stabilisierung sorgt die intensive Begleitung durch das Jobcenter. Dies scheint für viele Betroffene der richtige Weg zu sein.“

Kosten der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Im Februar 2020 sank die Zahl der SGB-II-Bedarfsgemeinschaften um 87 auf nunmehr 7.804. Aktuell leben 14.200 Personen im Kreis Kleve in diesen Bedarfsgemeinschaften, davon sind 10.428 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Bei den verbleibenden 3.772 Sozialgeldempfängern handelt es sich in der Regel um Kinder. Von 100 Einwohnerinnen und Einwohnern im Kreis Kleve befinden sich etwa 5,4 im SGB-II-Leistungsbezug.

Die Zahlen der Vermittlung in Arbeit werden in der Statistik des Jobcenters Kreis Kleve mit einer dreimonatigen Wartezeit erfasst. Im Oktober 2019 konnten 248 Personen in sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten vermittelt werden. Weitere 109 Personen arbeiten nun in einem Minijob.

Zur Erfüllung des gesamten Aufgabenspektrums des SGB II wurde im Januar 2020 ein Betrag in Höhe von rund 7,89 Mio. Euro aufgewendet. Auf den Kreis Kleve und die Kommunen entfielen hiervon etwa 1,98 Mio. Euro für die Kosten der Unterkunft.