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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

30.01.2018

Jobcenter Kreis Kleve betreut 1.685 Flüchtlinge aus Krisenstaaten

Zahl der SGB-II-Bedarfsgemeinschaften sinkt weiter / Mehr Asylberechtigte im Leistungsbezug

 

Kreis Kleve – Die aktuelle Monatsstatistik zur Grundsicherung für Arbeitsuchende weist im Kreis Kleve im Januar 2018 insgesamt 9.302 SGB-II-Bedarfsgemeinschaften (BG) aus. Vor einem Jahr lag die Zahl bei 9.291 BG, stieg dann aufgrund des Flüchtlingszuzugs bis Juli 2017 auf das Allzeit-Hoch von 9.703 BG. Seitdem ist die Zahl wieder rückläufig. Aktuell leben 17.254 Menschen in den BG, 12.567 von ihnen sind erwerbsfähig. Bei den verbleibenden 4.687 Sozialgeldempfängern handelt es sich in der Regel um Kinder. Im vergangenen Jahr entwickelten sich die Zahlen in den 16 Städten und Gemeinden im Kreisgebiet deutlich unterschiedlich. So sank die Zahl der BG in Geldern um 5 Prozent, während sie in Wachtendonk um 22 Prozent stieg. Kreisweit lag der Anstieg bei 1,7 Prozent. „Das Jahr 2017 hat das Jobcenter Kreis Kleve vor gewaltige Herausforderungen gestellt“, so Landrat Wolfgang Spreen. „Insbesondere die Vermittlung der Flüchtlinge aus Krisenstaaten bleibt eine anspruchsvolle Aufgabe. In aller Regel steht für diesen Personenkreis zunächst die Sprachförderung sowie die berufliche Eingliederung oder Berufsausbildung im Mittelpunkt der Vermittlungstätigkeit.“

Teilweise gegenläufige Entwicklungen in 2017

Bei der Entwicklung der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten fanden im vergangenen Jahr unterschiedliche, teilweise gegenläufige Entwicklungen statt. Zum einen sank die Anzahl der Berechtigten mit deutschem Pass von 9.601 im Januar auf 8.873 im Dezember 2017. Die Zahlen der Personen aus EU-Staaten (Januar/Dezember: 1.128/1.022) und aus sonstigen Drittstaaten wie der Türkei oder Serbien (973/1009) änderten sich kaum. Fast verdoppelt hat sich die Anzahl der Menschen aus den TOP-8-Krisenstaaten (912/1.685), die aus Syrien, Irak, Afghanistan, Eritrea, Pakistan, Iran, Nigeria und Somalia kommen. Die größte Gruppe der Flüchtlinge im SGB-II-Bezug kommt aus Syrien (55 Prozent), gefolgt von Menschen aus dem Irak (19 Prozent) sowie aus Afghanistan und Eritrea (jeweils 7 Prozent). Der interkommunale Vergleich zeigt, dass der Anteil der Flüchtlinge im SGB-II-Leistungsbezug in den Städten und Gemeinden sehr unterschiedlich ist. So kommen in Rheurdt und Issum rund ein Viertel der Leistungsempfänger aus den Flüchtlingsstaaten, in Weeze und Kerken sind es lediglich rund 6 bzw. gut 7 Prozent. Da es in einigen Kommunen früher Landeseinrichtungen für Flüchtlinge gab, werden für diese Kommunen noch steigende Anteile von Flüchtlingen im SGB-II-Leistungsbezug erwartet. Um überörtliche Vergleiche ziehen zu können, muss auf die Statistik der Agentur für Arbeit zurückgegriffen werden, deren Daten mit einer Wartezeit von drei Monaten abgebildet werden. Danach werden für den Kreis Kleve 12,2 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten als „Flüchtlinge im Kontext von Fluchtmigration“ ausgewiesen. Landesweit liegt der Anteil bei 13,1 Prozent.

Weiterhin hohe Vermittlungszahlen

Auch die Zahlen zur Vermittlung in Arbeit werden in der Statistik des Jobcenters Kreis Kleve mit einer dreimonatigen Wartezeit erfasst. Im September 2017 konnten im Kreis Kleve 323 Menschen in sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten vermittelt werden (Vorjahresmonat: 369). In Minijobs wurden 137 Personen vermittelt (Vorjahresmonat: 123). „Neben der anhaltend guten Wirtschaftslage tragen die Akteure in den Jobcentern und den Unternehmen vor Ort dazu bei, dass diese Menschen eine Chance auf Unabhängigkeit von Sozialleistungen erhalten“, so Landrat Wolfgang Spreen. „Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement in gemeinsamer Sache.“

Kosten der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Im Dezember 2017 wurde zur Erfüllung des gesamten Aufgabenspektrums des SGB II ein Gesamtbetrag in Höhe von rund 10,81 Mio. Euro gezahlt. Auf den Kreis Kleve und die Kommunen entfielen hiervon rund 2,33 Mio. Euro für die Kosten der Unterkunft. Im Jahr 2017 wurden insgesamt 121,56 Mio. Euro aufgewendet (Vorjahr 2016: 112,33 Mio. Euro).