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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

26.09.2019

Jobcenter Kreis Kleve liefert Angebote gegen das „Gesundheitsrisiko Arbeitslosigkeit“

 

Erfolgreiches Projekt im Rahmen des „Work-First-Ansatzes“ / Anzahl der SGB-II-Bedarfsgemeinschaften sinkt weiter auf nunmehr 8.146:

 

Kreis Kleve – Arbeitslosigkeit macht krank. Die Zusammenhänge zwischen Erwerbslosigkeit, Gesundheit und Gesundheitsverhalten wurden bereits in der Weimarer Republik beobachtet und sind durch zahlreiche Studien belegt. Beim jüngsten „Fachtag Inklusion“ in Essen konnte das Jobcenter Kreis Kleve hierzu ein erfolgreiches Best-Practice-Beispiel vorstellen. Präsentiert wurde das Projekt zur Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung, das im Rahmen des „Work-First-Ansatzes“ in den Jobcentern Geldern, Goch, Kleve und Rees durchgeführt wird. Der „Work-First-Ansatz“ unterstützt die eigenständige Arbeitsuche der Kundinnen und Kunden. Der Ansatz sieht ein vermittlungsorientiertes Coaching mit einem umfassenden Bewerbungstraining, die aktive Stellensuche und das Üben von Vorstellungsgesprächen vor. Das freiwillige Angebot wird in der Gruppe durchgeführt, sodass sich die Arbeitsuchenden auch gegenseitig unterstützen können. Für besondere Problemlagen stehen Jobcoaches der Jobcenter in Einzelgesprächen zur Verfügung. Genau an dieser Schnittstelle setzt das Projekt zur Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung an. Auf Grund der engen Bindung der Coaches an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen in den Gesprächen auch sensible Themen wie die Gesundheit der Arbeitsuchenden zur Sprache. „Der ‚Work-First-Ansatz‘ baut auf die hohe Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Jobcentern vor Ort“, so Landrat Wolfgang Spreen. „Deshalb bieten die Jobcenter auch dieses besondere Angebot gegen das ‚Gesundheitsrisiko Arbeitslosigkeit‘ an.“

Angebote in den Jobcentern in Geldern, Goch, Kleve und Rees

In Kooperation mit den gesetzlichen Krankenkassen, vertreten durch die Team Gesundheit GmbH, werden in den Jobcentern Präventions- und Gesundheitskurse vorrangig in den Bereichen „Ernährung“, „Bewegung“ und „psychische Gesundheit“ angeboten. Die Kurse werden von den Arbeitsuchenden durchweg positiv wahrgenommen. Ziele sind die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und des Gesundheitsverhaltens der Kundinnen und Kunden, die Erhöhung der Teilhabe an Präventionsmaßnahmen sowie die Verankerung der Gesundheitsförderung im Vermittlungs- und Beratungsprozess. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jobcenter wurden zur Weiterentwicklung der Beratungskompetenzen entsprechend geschult. Zudem finden regelmäßige Treffen zum Erfahrungsaustausch statt. Dies alles dient sowohl der besseren Integration als auch der besseren Vermittlung der Empfängerinnen und Empfänger von SGB-II-Leistungen in den Arbeitsmarkt.

Kosten der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Erneut ist die Anzahl der SGB-II-Bedarfsgemeinschaften gesunken. Gegenüber dem Vormonat reduzierte sich die Zahl der Bedarfsgemeinschaften um 97 auf nunmehr 8.146. Aktuell leben 14.974 Personen im Kreis Kleve in diesen Bedarfsgemeinschaften, davon sind 10.920 erwerbsfähige Leistungsberechtigte. Bei den verbleibenden 4.054 Sozialgeldempfängern handelt es sich in der Regel um Kinder. Von 100 Einwohnerinnen und Einwohnern des Kreises Kleve befinden sich etwa 5,7 im SGB-II-Leistungsbezug. Im überregionalen Vergleich liegt der Wert bundesweit bei 7,0 Prozent und landesweit bei 9,3 Prozent. In den Nachbarkreisen liegt diese Quote in Wesel bei 7,5 Prozent und in Borken bei 4,3 Prozent.

Die Zahlen der Vermittlung in Arbeit werden in der Statistik des Jobcenters Kreis Kleve mit einer dreimonatigen Wartezeit erfasst. Im Mai 2019 konnten 245 Personen in sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten vermittelt werden. Weitere 109 Personen arbeiten nun in einem Minijob.

Zur Erfüllung des gesamten Aufgabenspektrums des SGB II wurde im August 2019 ein Betrag in Höhe von rund 9,06 Mio. Euro aufgewendet. Auf den Kreis Kleve und die Kommunen entfielen hiervon etwa 2,16 Mio. Euro für die Kosten der Unterkunft. Bisher lagen die finanziellen Aufwendungen im Jahr 2019 (Januar bis August) bei insgesamt rund 74,1 Mio. Euro.