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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

25.01.2019

Langzeitarbeitslose in reguläre Beschäftigung bringen

Neues Förderinstrument ab 2019 / Weniger SGB-II-Bedarfsgemeinschaften im Kreis Kleve

 

Kreis Kleve – Mit einem für Arbeitgeber sehr attraktiven Förderinstrument erhalten Langzeitarbeitslose seit Jahresbeginn 2019 neue Chancen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Kreisweit können bis zu 105 sozialversicherungspflichtige Stellen nicht nur bei Beschäftigungsträgern und Kommunen, sondern vorrangig auch in der freien Wirtschaft gefördert werden. Tarifgebundenen Arbeitgebern wird in den ersten zwei Beschäftigungsjahren das tatsächliche Arbeitsentgelt zu 100 Prozent erstattet, die Übrigen erhalten den Mindestlohn. Zusätzlich kann es ein begleitendes Coaching, Praktika und Fortbildungen geben. Bei Fortbestand des Arbeitsverhältnisses werden auch im dritten bis fünften Jahr Lohnkostenzuschüsse in der Höhe von 90 bis 70 Prozent gezahlt. Die Arbeitsplätze müssen weder zusätzlich noch wettbewerbsneutral sein – es muss sich aber zwingend um sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen handeln. 

Zur Zielgruppe gehören Menschen über 25 Jahre, die während der letzten sieben Jahre mindestens sechs Jahre lang SGB-II-Leistungen erhalten haben. Dies sind im Kreis Kleve rund 1.500 Personen. Die Jobcenter im Kreis Kleve haben bereits mit einigen Kundinnen und Kunden erste Beratungsgespräche geführt und mögliche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber über das neue Gesetz informiert. Einige Kommunen haben bereits signalisiert, dass mehrere Arbeitsverhältnisse auf Grundlage des neuen Teilhabechancengesetzes geschlossen wurden. „Die neuen Fördermöglichkeiten geben Langzeitarbeitslosen eine neue Chance auf reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Teilnehmende Arbeitgeber können von der ungewöhnlich hohen Förderung profitieren und Langzeitarbeitslosen soziale Teilhabe und Unabhängigkeit von staatlichen Transferleistungen ermöglichen. Eine ‚Win-win-Situation‘ für Arbeitgeber, Langzeitarbeitslose und den Steuerzahler!“, so Landrat Wolfgang Spreen.

Kosten der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Die Monatsstatistik zur Grundsicherung für Arbeitsuchende des Jobcenters Kreis Kleve weist für den Monat Januar erneut eine deutlich gesunkene Zahl von SGB-II-Bedarfsgemeinschaften aus. Aktuell leben in den 8.602 Bedarfsgemeinschaften (minus 128) insgesamt 15.789 Menschen. 11.538 von ihnen sind erwerbsfähige Leistungsberechtigte, bei den verbleibenden 4.251 Sozialgeldempfängern handelt es sich in der Regel um Kinder. Mit einer Wartezeit von drei Monaten werden die Vermittlungen in Arbeit in der Statistik abgebildet. So konnten im September 2018 insgesamt 353 Personen in eine versicherungspflichtige Vollzeit- oder Teilzeitbeschäftigung vermittelt werden, weitere 121 Menschen arbeiten nun in einem Minijob. Zur Erfüllung des gesamten Aufgabenspektrums des SGB II wurde im Dezember 2018 ein Gesamtbetrag von rund 9,66 Mio. Euro aufgewendet. Auf den Kreis Kleve und die Kommunen entfielen hiervon rund 2,18 Mio. Euro für die Kosten der Unterkunft. Die finanziellen Aufwendungen lagen im Jahr 2018 bei rund 116,17 Mio. Euro. Im Vorjahr mit dem Allzeit-Hoch von 9.703 SGB-II-Bedarfsgemeinschaften lag dieser Betrag bei etwa 121,56 Mio. Euro.