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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

27.03.2018

Maßnahmenbündel für Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose vorgestellt

Jobcenter Kreis Kleve präsentierte Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm 2018

 

Kreis Kleve – In der jüngsten Sitzung des Örtlichen Beirats SGB II und im Ausschuss für Gesundheit und Soziales hat das Jobcenter Kreis Kleve die für 2018 geplanten Projekte zur Eingliederung der Betroffenen in den ersten Arbeitsmarkt vorgestellt und abgestimmt. Die entwickelten Instrumente und Maßnahmen setzen die gesetzlich verankerten Steuerungsziele im SGB II und die vereinbarten Schwerpunkte des Landes NRW um. Hierzu gehören beispielsweise Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration von Langzeitarbeitslosen und von geflüchteten Menschen. „Die Mitglieder des Beirates als Partner und Akteure auf dem Arbeitsmarkt tragen mit ihren Kenntnissen des regionalen Arbeitsmarktes, seinen Herausforderungen und Potenzialen wesentlich zum Gelingen der Integrationsarbeit der Jobcenter bei“, so Landrat Wolfgang Spreen. „So wurde auch für 2018 ein Arbeitsmarktprogramm gestaltet, das nach Einschätzung aller Mitglieder die arbeitslosen Menschen bestmöglich auf den Arbeitsmarkt vorbereitet beziehungsweise an ihn heranführt.“

Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt

Der Leistungsbezug im SGB II stellt für viele Personen nicht nur eine vorübergehende Hilfe dar, die sie als Arbeitsuchende in einer Notlage beanspruchen. Vielmehr sind viele Personen längerfristig auf diese Leistungen angewiesen – oftmals über Jahre. Als so genannter „Langzeitleistungsbezieher im SGB II“ gilt, wer innerhalb der letzten 24 Monate mindestens 21 Monate lang Leistungen bezogen hat. Im Kreis Kleve liegt der Anteil der Langzeitleistungsbezieher an allen Leistungsbeziehern bei 62,2 Prozent. Verschiedene Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Zahl von 8.573 betroffenen Personen zu verringern, beispielsweise ein Bewerbercoaching oder Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung. „Für viele Menschen, die seit längerer Zeit SGB-II-Leistungen beziehen, sind intensive und langfristige Integrationsprozesse notwendig, um in Arbeit zu kommen“, so Landrat Spreen.

„Der Erwerb der deutschen Sprache wird zur Schlüsselqualifikation“

Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Maßnahmen zur Sprachförderung für Flüchtlinge und Zuwanderer aus EU-Staaten. Bei den Flüchtlingen im SGB-II-Leistungsbezug verfügen lediglich rund 13 Prozent über fortgeschrittene Sprachkenntnisse des Niveaus B2, das in verschiedenen Berufsfeldern erforderlich für eine Arbeitsaufnahme ist. So werden beispielsweise für die Berufe Krankenpfleger/in oder Altenpfleger/in ebenso Deutschkenntnisse auf der Niveaustufe B2 verlangt wie für weitere qualifizierte Tätigkeiten oder für den Start einer Berufsausbildung. Das entsprechende Kursangebot wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zusammengestellt und durch anerkannte Sprachkursträger durchgeführt. Einen weiteren Maßnahmenschwerpunkt 2018 bilden Integrationskurse für geflüchtete Frauen, deren Bildungsniveaus und Kenntnisse der deutschen Sprache deutlich hinter denen der männlichen Flüchtlinge zurückbleiben. Landrat Spreen: „Der Erwerb der deutschen Sprache wird zur Schlüsselqualifikation – und zwar bei der Integration im Allgemeinen und der Arbeitsaufnahme im Besonderen“.

SGB-II-Monatsstatistik März

Die aktuelle Monatsstatistik zur Grundsicherung für Arbeitsuchende weist im Kreis Kleve im März 2018 insgesamt 9.153 SGB-II-Bedarfsgemeinschaften (BG) aus. Vor einem Jahr lag die Zahl bei 9.395 BG, stieg dann aufgrund des Flüchtlingszuzugs weiter bis Juli 2017 auf das Allzeit-Hoch von 9.703 BG. Seitdem ist die Zahl wieder rückläufig. Aktuell leben 16.966 Menschen in den BG, 12.381 von ihnen sind erwerbsfähig. Bei den verbleibenden 4.585 Sozialgeldempfängern handelt es sich in der Regel um Kinder. Die Zahlen zur Vermittlung in Arbeit werden in der Statistik des Jobcenters Kreis Kleve mit einer dreimonatigen Wartezeit erfasst. Im November 2017 konnten im Kreis Kleve 210 Menschen in sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten vermittelt werden (Vorjahresmonat: 227). In Minijobs wurden 96 Personen vermittelt (Vorjahresmonat: 128).

Kosten der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Im Februar 2018 wurde zur Erfüllung des gesamten Aufgabenspektrums des SGB II ein Gesamtbetrag in Höhe von rund 9,96 Mio. Euro gezahlt. Auf den Kreis Kleve und die Kommunen entfielen hiervon rund 2,35 Mio. Euro für die Kosten der Unterkunft. Bisher lagen die finanziellen Aufwendungen im Jahr 2018 (Januar und Februar) bei insgesamt etwa 19,7 Mio. Euro.