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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

27.06.2019

Neues Förderangebot brachte 77 Langzeitarbeitslose in Arbeit / Im Kreis Kleve sind bis zu 105 Stellen förderfähig

Weiterhin sinkende Zahl von SGB-II-Bedarfsgemeinschaften und viele Vermittlungen in den Arbeitsmarkt

 

Kreis Kleve – Seit Jahresbeginn ist das neue Teilhabechancengesetz in Kraft. Mit diesem besonderen Förderinstrument, das mit hohen Lohnkostenzuschüssen verbunden ist, sollen langzeitarbeitslose Menschen wieder in den allgemeinen Arbeitsmarkt gebracht werden. Im Kreis Kleve können bis zu 105 Stellen entsprechend gefördert werden. Das Jobcenter Kreis Kleve lieferte nun im Ausschuss für Gesundheit und Soziales einen ersten Sachstandsbericht zu dieser Fördermaßnahme. Seit Jahresbeginn hatte das Jobcenter Kreis Kleve bei den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern um eine Teilnahme an diesem Projekt geworben. Stetig stieg die Zahl der geförderten Stellen - sie liegt nun bei 77. Etwa 44 Prozent der geförderten Personen sind über 50 Jahre alt. Bei einem Großteil der Stellen handelt es sich um Vollzeitjobs - bei rund 35 Prozent der Stellen beträgt die Arbeitszeit weniger als 30 Stunden pro Woche. Die meisten Verträge kamen für Helfertätigkeiten im Gartenbau und im Verkauf zustande. Auch Unternehmen aus den Bereichen Küche, Reinigung, Büro, Maschinenbau und Elektro nutzten die Chance, ihrem Fach- und Hilfskräftemangel mit dieser neuen Maßnahme zu begegnen. „Ich danke insbesondere den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern für den gelungenen Start der Maßnahme“, so Landrat Wolfgang Spreen angesichts der bereits besetzten 77 Stellen.

Hohe Förderquote für besondere Eingliederungssituation

Die nach § 16i SGB II geförderten Arbeitsplätze müssen weder zusätzlich noch wettbewerbsneutral sein – es muss sich aber zwingend um sozialversicherungspflichtige Jobs handeln. Die Förderquote ist ungewöhnlich hoch, um der besonderen Eingliederungssituation langzeitarbeitsloser Personen gerecht zu werden. Bei tarifgebundenen Unternehmen werden in den ersten zwei Beschäftigungsjahren 100 Prozent des tatsächlichen Arbeitsentgelts erstattet, die Übrigen erhalten den Mindestlohn. Im dritten bis fünften Jahr gibt es Lohnkostenzuschüsse von 90 bis 70 Prozent. Zur Zielgruppe gehören Menschen über 25 Jahre, die während der letzten sieben Jahre mindestens sechs Jahre lang SGB-II-Leistungen erhalten haben. Dies sind im Kreis Kleve rund 1.500 Personen. Zum Maßnahmenpaket können bei einer geförderten Beschäftigung auch ein begleitendes Coaching, Praktika oder Fortbildungen gehören. Interessierte Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber erreichen das Jobcenter Kreis Kleve über die allgemeine E-Mail-Adresse arbeitgeberservice@kreis-kleve.de.

Kosten der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Eine weiterhin sinkende Zahl von SGB-II-Bedarfsgemeinschaften (BG) und hohe Vermittlungszahlen in den Arbeitsmarkt kennzeichnen die aktuelle Monatsstatistik zur Grundsicherung für Arbeitsuchende. Im Juni 2019 fiel die Anzahl der BG auf nunmehr 8.425 (minus 133). Aktuell leben 15.514 Menschen in den BG, 11.332 von ihnen sind erwerbsfähig. Bei den verbleibenden 4.182 Sozialgeldempfängern handelt es sich in der Regel um Kinder. Die Zahlen zur Vermittlung in Arbeit werden in der Statistik des Jobcenters Kreis Kleve mit einer dreimonatigen Wartezeit erfasst. Im Februar 2019 konnten im Kreis Kleve 237 Menschen in sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten vermittelt werden. In Minijobs wurden 106 Personen vermittelt.

Kosten der Grundsicherung für Arbeitsuchende

Im Mai 2019 wurde zur Erfüllung des gesamten Aufgabenspektrums des SGB II ein Gesamtbetrag in Höhe von rund 9,44 Mio. Euro gezahlt. Auf den Kreis Kleve und die Kommunen entfielen hiervon etwa 2,31 Mio. Euro für die Kosten der Unterkunft. Bisher lagen die finanziellen Aufwendungen im Jahr 2019 (Januar bis Mai) bei insgesamt rund 46,5 Mio. Euro.