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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

05.05.2020

Verkäufe im Wert von 750 Mio. Euro bedeuten Rekordumsatz am Immobilienmarkt im Kreis Kleve

Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Kreis Kleve legt Bericht 2020 vor

  

Kreis Kleve – Mit Verkäufen im Wert von rund 750 Millionen Euro wurde im vergangenen Jahr nach einer Analyse des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Kleve erneut ein Rekordumsatz am hiesigen Immobilienmarkt erzielt. Dies bedeutet im Vergleich zum Jahr 2018 ein Umsatz-Plus von 9 Prozent. Der heimische Grundstücks- und Immobilienmarkt verzeichnet seit einigen Jahren deutliche Wachstumsraten. So stieg das Verkaufsvolumen in den vergangenen fünf Jahren um gut 44 Prozent von 522 auf 750 Mio. Euro. „Der Immobilien-Boom im Kreis Kleve hält weiter an“, fasst Dirk Brammen, Vorsitzender des Gutachterausschusses, die Ergebnisse zusammen. „Der seit Jahren hohe Umsatz zeigt, dass die Nachfrage nach Immobilien ungebrochen ist.“

Im Berichtsjahr 2019 wurden insgesamt 4.008 Kaufpreise, die sich im gewöhnlichen Geschäftsverkehr gebildet haben, registriert. Erneut dominierten Verkäufe von Wohnimmobilien das Transaktionsgeschehen. 58 Prozent der Kauffälle entfielen auf bebaute Grundstücke, 22 Prozent auf unbebaute Grundstücke und 20 Prozent auf veräußerte Wohnungs- oder Teileigentumseinheiten. Im Vergleich zu allen übrigen Marktuntersuchungen beruhen die Auswertungen des Gutachterausschusses auf der kreisweiten Erfassung tatsächlicher Verkäufe.

Nachfrage nach Baugrundstücken im Kreis Kleve ungebrochen

Obwohl die Gesamtzahl der veräußerten Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau im Kreis Kleve um etwa 25 Prozent angestiegen ist, sind in den meisten Kommunen im Kreisgebiet weniger Bauplätze als im Vorjahr veräußert worden. Die positive Gesamtbilanz ist im Wesentlichen auf die Zunahmen der Kauffälle in den Kommunen Goch (+51), Issum (+22) und Weeze (+20) zurückzuführen. Die Baulandpreise sind fortwährend gestiegen. Bezogen auf das gesamte Kreisgebiet wurde eine durchschnittliche Preissteigerung von rund 5,3 Prozent ermittelt. Die gezahlten Quadratmeterpreise für baureife Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke in mittlerer Wohnlage bewegten sich zwischen 115 und 180 Euro. Die Werte für zentrumsnahe Wohnlagen der größeren Städte im Kreisgebiet schwankten durchweg zwischen 180 und 230 Euro.

Aus den tatsächlich gezahlten Kaufpreisen hat der Gutachterausschuss Bodenrichtwerte für das Kreisgebiet Kleve (Stand: 1. Januar 2020) beschlossen. Die Bodenrichtwerte sind durchschnittliche Lagewerte mit den dazugehörigen normierten Eigenschaften. Sie werden im Internet im Bodenrichtwertinformationssystem www.boris.nrw.de veröffentlicht. Die Informationen zu den insgesamt 469 veröffentlichten Bodenrichtwerten sind online über die Lage- oder Katasterangaben abrufbar.

Der Bericht des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Kleve beinhaltet Analyseergebnisse zum Immobilienmarkt des vergangenen Jahres 2019 im Kreis Kleve. Er leistet damit einen wesentlichen Beitrag zum Verbraucherschutz, denn er verschafft, entsprechend dem Willen des Gesetzgebers, Laien und Fachleuten einen tiefen Einblick in den Grundstücksmarkt.

Eigentumswohnungen begehrt wie nie

„Wer 2019 Wohnungseigentum erwerben wollte, musste in der Regel tiefer in die Tasche greifen“, fasst Dirk Brammen den Markt für Eigentumswohnungen im Kreisgebiet zusammen. Für neu errichtete Eigentumswohnungen mussten die Käufer mit durchschnittlich 2.700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche rund 4 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahr. Gebrauchte Eigentumswohnungen verteuerten sich – kreisweit betrachtet – deutlich stärker um durchschnittlich rund 10 Prozent. Die zugrundeliegenden Kaufpreise variierten je nach Lage, Größe und Ausstattungsmerkmalen deutlich.

Im Berichtsjahr 2019 wurden im Kreis Kleve insgesamt 639 Eigentumswohnungen verkauft. Damit lag die Anzahl der Kauffälle 23 Prozent über dem Niveau des Vorjahres! Die Summe der insgesamt gezahlten Kaufpreise lag bei 94,7 Mio. Euro (plus 22 Prozent gegenüber 2018).

Ein- und Zweifamilienhäuser dominieren weiterhin das Grundstücksmarktgeschehen

Unter den bebauten Grundstücken nahmen die Ein- und Zweifamilienhäuser mit 80 Prozent den größten Anteil ein. Insgesamt wurden mit 1.625 Kauffällen rund 4 Prozent mehr Kauffälle registriert. Die Summe der gezahlten Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser stieg um rund 16 Prozent auf die Rekordmarke von 388 Mio. Euro.

Die meisten freistehenden Ein- und Zweifamilienhäuser wurden zu Preisen zwischen 250.000 und 275.000 Euro verkauft. Das Preisniveau der Doppelhaushälften und Reihenendhäusern lag größtenteils bei 200.000 bis 225.000 Euro und bei Reihenmittelhäusern bei 150.000 bis 175.000 Euro. Die festgestellten Verschiebungen der Immobilienpreise in höhere Preissegmente waren größtenteils auf höherwertigere Ausstattungen der Immobilien zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahr zeigte sich, dass die Preisentwicklungen vergleichbarer Ein- und Zweifamilienhäuser von Kommune zu Kommune stark variierten. Im kreisweiten Durchschnitt wurden die hohen Immobilienpreise des Vorjahres bestätigt.

Sowohl für gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser als auch für gebrauchte Eigentumswohnungen hat der Gutachterausschuss einen Vergleichswertrechner im Marktbericht veröffentlicht, der eine gute Orientierungshilfe beim beabsichtigten Kauf oder Verkauf derartiger Immobilien bietet.

Auch landwirtschaftliche Nutzflächen erneut teurer

Im Berichtsjahr 2019 wechselten 129 Acker- und Grünlandflächen mit einer Grundstücksfläche von mehr als 2.500 Quadratmetern und Waldflächen den Eigentümer – rund 11 Prozent weniger als im Vorjahr. Der durchschnittlich gezahlte Quadratmeterpreis für Ackerland stieg um rund 15 Prozent auf nunmehr 8,55 Euro. Für einen Quadratmeter Grünland wurden im Kreis Kleve im Berichtsjahr 2019 durchschnittlich 5,24 Euro gezahlt, rund 4 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Viele Vergleichswerte im neuen Grundstücksmarktbericht aufgelistet

Der jetzt durch den Gutachterausschuss veröffentlichte Grundstücksmarktbericht 2020 enthält weitere Fakten und Zahlen, die mit zahlreichen Grafiken und Tabellen ergänzt wurden. Auf 115 Seiten sind darin Vergleichswerte für Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen, Liegenschaftszinssätze, Preisentwicklungen und Indexreihen sowie Durchschnittswerte für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke zu finden. Ab sofort steht der Grundstücksmarktbericht kostenlos zum Download bereit, und zwar unter www.boris.nrw.de oder hier.

 

PM20-147-Grundstücksmarktbericht 2020 Titelseite

Der Grundstücksmarktbericht 2020 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Kreis Kleve ist kostenfrei im Internet abrufbar.