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Titelfoto: Fahrradfahrer auf dem Deich Titelfoto: Ansicht des Ausländeramtes Titelfoto Kreis Kleve Titelfoto: Ansicht der Kreisverwaltung in Kleve

25.11.2019

Zum Welt-AIDS-Tag: Bierdeckel mit Hinweis auf kostenlose AIDS-Beratung und HIV-Test liegen in einigen Gastbetrieben aus

Kreis Kleve – Zum diesjährigen Welt-AIDS-Tag nimmt die Abteilung Gesundheitsangelegenheiten der Kreisverwaltung an der landesweiten Aktion der Gesundheitsämter in NRW teil und gibt Bierdeckel an einige Gastbetriebe mit Hinweis auf das kostenlose Beratungs- und Testungsangebot HIV / AIDS und andere sexuell übertragbaren Infektionen aus. Die Bierdeckel zeigen ein Cocktail-Rezept und auf der Rückseite Informationen zum kostenlosen und anonymen Beratungsangebot der Gesundheitsabteilung. Die Aktion ist vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW gefördert.

Diese Werbung unterstützt der Kreis Kleve, weil sich ein rechtzeitiger HIV-Test sehr lohnen kann. Über ein Drittel der HIV-Neudiagnosen in Nordrhein-Westfalen erfolgen nämlich erst dann, wenn das Immunsystem der betroffenen Menschen bereits schwer geschädigt ist oder eine AIDS-Erkrankung vorliegt. Ein rechtzeitiger HIV-Test kann dies verhindern. In 2018 wurden in Nordrhein-Westfalen rund 690 Neudiagnosen gestellt, 230 Personen wiesen zum Zeitpunkt der Diagnose bereits einen fortgeschrittenen Immundefekt auf, darunter 110 Personen eine AIDS-definierende Erkrankung. „Wir möchten daher alle, die Fragen zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen haben, ermutigen, die kostenlose, anonyme und vertrauliche Beratung in der Gesundheitsabteilung der Kreisverwaltung in Anspruch zu nehmen“, erläutert Amtsärztin Dr. Martina Scherbaum. Eine frühzeitige Behandlung schützt das Immunsystem und senkt das Risiko, AIDS oder andere schwere Krankheiten zu entwickeln. Menschen mit HIV haben heute eine nahezu normale Lebenserwartung. Hinzu kommt, dass eine wirksame Therapie die Anzahl der Viren soweit reduzieren kann, dass HIV auch beim Sex ohne Kondom nicht übertragen wird. In der Folge bedeutet dies auch, dass unter wirksamer Therapie HIV-infizierte Personen Kinder zeugen und HIV-positive Frauen HIV-negative Kinder gebären können, ohne auf künstliche Befruchtung und Kaiserschnitt ausweichen zu müssen. „Wir hoffen, dass die Botschaft zum Abbau der Diskriminierung von Personen mit HIV beiträgt, damit mehr Menschen den Weg zu Beratung, Test und Behandlung finden“, ergänzt die Leiterin der Abteilung Gesundheitsangelegenheiten, Dr. Scherbaum. Termine können telefonisch unter 02821 85-507 und 02831 391-829 vereinbart werden. Nach der Beratung erfolgt die Blutentnahme. Das Ergebnis wird etwa eine Woche später in einem weiteren persönlichen Gespräch mitgeteilt.

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Zur Erklärung: Zwischen HIV und AIDS unterscheidet man. HIV bedeutet „Humanes Immundefizienz-Virus“, übersetzt also etwa „menschliches Abwehrschwäche-Virus“. HIV schädigt körpereigene Abwehrkräfte, die auch Immunsystem genannt werden, erklärt die Deutsche AIDS-Hilfe auf ihrer Internetseite www.aidshilfe.de. So kann der Körper eindringende Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Viren nicht mehr bekämpfen. Im schlimmsten Fall treten dann bestimmte lebensbedrohliche Erkrankungen auf, zum Beispiel schwere Lungenentzündungen. Dann spricht man von AIDS. Diese Abkürzung steht für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“, also „Erworbenes Abwehrschwäche-Syndrom“.

Foto Bierdeckel zum Welt-AIDS-Tag

Die Bierdeckel weisen auf das kostenlose und anonyme Beratungs- und Testungsangebot in der Gesundheitsabteilung hin